Die Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin ist für die folgenden medizinischen Schwerpunkte zuständig:
Anästhesiologie setzt sich aus den altgriechischen Worten av-aisthesis (=Empfindungslosigkeit) und logos (=Wissenschaft) zusammen. Wir Anästhesiologen sorgen also dafür, dass unsere Patienten während und nach dem operativen Eingriff schmerzfrei, zufrieden und keine negative Erinnerung an den Eingriff haben.
Dies erreichen wir durch
Als Schwerpunkte seien hier die Nachbehandlung von operativen Patienten nach großen chirurgischen Eingriffen, vor allem bei Risikopatienten aus allen operativen Fachbereichen des Klinikums, die Behandlung von Schwerverletzten, auch neuro-traumatologischen Patienten genannt. Die Diagnostik und Therapie des akuten Lungenversagens, der Sepsis und des Multiorganversagens stehen im Fokus unserer Bemühungen.
Alle lebenswichtigen Funktionen der Patienten auf unserer Intensivstation werden umfangreich überwacht. Hier sind die Überwachung des Bewusstseins, der Herzkreislauffunktion, der Atmungsfunktion und der Funktion von Leber und Nieren zu nennen. In enger Zusammenarbeit mit den Ärzten der anderen Kliniken werden Therapiepläne erarbeitet und umgesetzt, unzureichende oder versagende Organfunktionen behandelt oder zeitweise ersetzt.
Schwere Verletzungen, lebensbedrohliche Erkrankungszustände oder Vergiftungen sind Notfälle, bei denen ohne sofortige Hilfeleistung erhebliche gesundheitliche Schäden oder der Tod des Patienten zu befürchten sind. Hier ist der Einsatz des Notarztes gefordert, der ebenfalls von der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin organisiert und umgesetzt wird.
2 Teams mit je einem Arzt und einem als Rettungssanitäter geschulten Anästhesiepfleger sind rund um die Uhr einsatzbereit. Sie werden per Funk von der Leitstelle Hersfeld-Rotenburg alarmiert und können mit ihrem Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) innerhalb von Minuten den Unglücksort erreichen.
Rund 2.000 mal im Jahr rückten unsere Notfall-Teams aus, leisten Soforthilfe und holen die Patienten zur intensivmedizinischen Versorgung ins Klinikum Bad Hersfeld.
Die Therapie akuter und chronischer Schmerzzustände bildet einen weiteren fachlichen Schwerpunkt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin. Einerseits betreuen wir Schmerzpatienten aus verschiedenen Kliniken des Hauses. Rund 500 mal pro Jahr werden wir hier aktiv – von der Behandlung übermäßig schmerzhafter Entbindungen bis zu Tumorschmerzen. Andererseits betreiben wir für Patienten, die chronisch unter Schmerzen leiden, eine Schmerzambulanz.
Für die Behandlung setzen wir unterschiedliche Verfahren ein:
Der Akutschmerzdienst
Die Schmerztherapie nach allen operativen Eingriffen wird schon im OP durch den Anästhesisten geplant, im Aufwachraum begonnen und auf der Station fortgeführt. Nach großen Eingriffen, die einen periduralen oder peripheren Schmerzkatheter oder eine intravenöse Schmerztherapie nötig machen, bleibt die Klinik für Anästhesiologie beim Management der Schmerztherapie beteiligt. Wir streben eine kontinuierliche Schmerztherapie bis zur Krankenhausentlassung an. Schmerzvisiten werden täglich durchgeführt.
Die Schmerzambulanz
In der Schmerzambulanz werden Patienten mit chronischen Schmerzen von speziell weitergebildeten Ärzten mit der Zusatzbezeichnung Schmerztherapie behandelt. Es kommen Verfahren der medikamentösen Schmerztherapie genauso zur Anwendung wie Nervenblockaden, nichtmedikamentöse Therapieverfahren wie TENS oder invasive Schmerzverfahren wie die kontinuierliche intrathekale Opioidapplikation.
Chronifizierten Patienten helfen wir im engagierten interdisziplinären Team zusammen mit Neurologen, Orthopäden, Psychologen und Physiotherapeuten.
Eigenblutspende
Eine strenge Spenderauswahl und die intensiven Untersuchungen der Blutkonserven machen die Bluttransfusion heute zu einer sehr sicheren medizinischen Maßnahme. Allerdings bleibt ein gewisses Restrisiko, sich durch eine Blutkonserve mit einer Krankheit zu infizieren. Dies gilt zumal für Infektionskrankheiten, von denen wir heute vielleicht noch gar nichts wissen und die wir somit auch nicht nachweisen können. Deshalb kam die Idee auf, Patienten für sich selbst Blut spenden zu lassen um damit einen vorhersehbaren größeren Blutverlust bei einer geplanten Operation mit Blutkonserven aus eigenem Blut zu decken.
Für die Eigenblutspende müssen allerdings bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein:
Unbedingt erforderlich ist die Eigenblutspende nur in wenigen Fällen, zum Beispiel bei sehr seltenen Blutgruppenmerkmalen. Nutzen und Risiken sollten deshalb gewissenhaft gegeneinander abgewogen werden. Schließlich kann die Kreislaufbelastung durch die Spende und die mehrfache Anfahrt für gewisse Patienten auch eine Belastung darstellen.
Mit jährlich rund 400 Eigenblutspendern verfügt unsere Klinik über reichliche Erfahrung mit dieser Methode. Die Beratung und Terminplanung erfolgt im Rahmen der Anästhesiesprechstunde unserer Klinik.
Ansprechpartner

Dr. med. Martin Grapengeter
Tel.: 06621 / 88 2002
Fax: 06621 / 88 2001
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