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Die geriatrisch-frührehabilitative Behandlung

Das Ziel geriatrischen Handelns besteht darin, nach akuten und bei chronischen Erkrankungen im Alter die Selbständigkeit, sichere Mobilität und Teilhabe am familiären und gesellschaftlichen Leben zu erhalten oder wiederherzustellen. Als rehabilitativ ausgerichtete Abteilung gehen wir von einem biopsychosozialen Krankheitsmodell aus, das bedeutet, dass wir unseren Patienten mit ihren biologisch erklärbaren körperlichen Erkrankungen, in ihrer persönlichen psychischen Verfassung und in ihrem sozialen Kontext gerecht werden wollen.

Die häufigsten Krankheitsbilder, die in der Klinik für Geriatrie behandelt werden, sind

  • Schlaganfall
  • Parkinson-Krankheit und andere degenerative Erkrankungen des zentralen Nervensystems
  • Zustände nach Unfällen und Operationen einschließlich Wirbelsäulenoperationen
  • andere Erkrankungen des Bewegungsapparates
  • Erkrankungen des Herzens und anderer innerer Organe 

Schlaganfall

Ein Schlaganfall ist ein plötzlich auftretender Ausfall einer oder mehrerer Hirnfunktionen. Die Ursachen dafür sind  akute Durchblutungsstörungen (Hirninfarkte), denn das Blut versorgt das Gehirn über die Arterien mit Sauerstoff und Nährstoffen. In weiteren 15 – 20 % der Fälle sind Hirnblutungen die Ursache für einen Schlaganfall.

Ein Schlaganfall ist ein medizinischer Notfall und erfordert dringende Krankenhausbehandlung !!!
Notfallnummer 112

Dies gilt auch für Warnsymptome, d.h. kurz anhaltende

  • Lähmungen und/oder Gefühlsstörungen
  • Sprach-, Sprech- oder Schluckstörungen
  • Sehstörungen, Schwindel oder Doppelbilder

Das Gehirn ist die „Schaltzentrale“ des menschlichen Organismus. Wird eine Hirnregion zerstört, so fällt die zugehörige Funktion aus. Beim Schlaganfall kommt es zu folgenden typischen Funktionsausfällen, die einzeln oder kombiniert auftreten:

  • Lähmung und/oder Gefühlsstörung (meist halbseitig),
  • Sprach-, Sprech- oder Schluckstörung,
  • Sehstörung, Schwindel oder Doppelbildern,
  • Störung des Gedächtnisses, der Orientierung, der Planungsfähigkeit.

Jeder akute Schlaganfallpatient sollte wenn irgend möglich in eine spezialisierte neurologische Klinik mit Stroke Unit (Schlaganfall-Spezialstation) aufgenommen werden. Stroke Units sind Intensivüberwachungs- und -behandlungsstationen für Schlaganfallpatienten in der Akutphase der Erkrankung. In unserem Klinikum wird diese akute Erstversorgung innerhalb der Klinik für Neurologie durchgeführt.

Wenn nach dieser Behandlung und Abschluss der Ursachendiagnostik noch eine relevante Behinderung besteht, ist eine Rehabilitation erforderlich, die bei älteren, oft mehrfach kranken Patienten in unserem geriatrischen Zentrum durchgeführt werden kann, wenn erforderlich auch noch mit anschließender teilstationärer Behandlung in der Tagesklinik.

Morbus Parkinson

Die Parkinson-Erkrankung ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen, die vor allem Menschen ab dem 50. Lebensjahr betrifft. Sie ist Folge einer Funktionsstörung von Steuerungssystemen im Gehirn für motorische (Bewegungsabläufe) und andere Funktionen. Ursachen können Durchblutungsstörungen, Medikamente und andere Erkrankungen sein. Bei der Mehrzahl der Patienten wird jedoch keine Ursache für die Erkrankung gefunden.

Durch die Erkrankung kommt es im Gehirn u.a. zu einem Mangel an Dopamin. Dieser Nerven-Botenstoff startet Bewegungen und reguliert deren flüssigen Ablauf. Dopaminmangel führt zu Verlangsamung oder Starthemmung von Bewegungen (Akinese), einem Zittern der ruhig gehaltenen Hände (Ruhetremor) und zu Muskelsteifigkeit (Rigor). Im weiteren Krankheitsverlauf können Gleichgewichtsstörungen, Speichelfluss, Blasenstörungen, Depressionen oder Demenz hinzutreten.

Da die Ursache der Parkinson-Erkrankung noch nicht bekannt ist, gibt es bisher keine Heilung. Allerdings stehen heute eine ganze Reihe wirksamer Medikamente und andere Behandlungsmethoden zur Verfügung, mit denen sich der Krankheitsverlauf günstig beeinflussen lässt.

Neben der medikamentösen Behandlung der Parkinson-Erkrankung hat die Übungsbehandlung durch Krankengymnastik, Ergotherapie und Sprachtherapie einen besonderen Stellenwert. Um die Beweglichkeit günstig zu beeinflussen, sollte eine ambulante physiotherapeutische Behandlung erfolgen.

Wenn dies nicht ausreicht und besonders, wenn in fortgeschrittenen Krankheitsstadien eine komplexere Funktionsdiagnostik, Verlaufsbeobachtung und Medikamenteneinstellung erforderlich ist, kann die Behandlung auch unter neurologischer Führung auf der geriatrischen Station oder in der geriatrischen Tagesklinik intensiv durchgeführt werden.

Ansprechpartner

Helwig May

Dr. Helwig May
Tel.: 06621 / 88 922634
Fax: 06621 / 88 1627

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