Welt-Parkinson-Tag am 11. April 2020

Nachtrag zum Welt-Parkinson-Tag

Leiden Sie unter der Parkinson-Krankheit oder einer anderen Bewegungsstörung?
Schützen Sie sich vor Infektionen, bleiben Sie in Bewegung und in Kontakt mit Ihren Ärzten und Therapeuten

Während die ganze Welt von Corona und deren Risikogruppen redet, scheinen manche Krankheiten nahezu in Vergessenheit zu geraten. Unter dem Eindruck der Pandemie, die für betroffene Patienten, Angehörige und auch uns Ärzte, Pflegende und Therapeuten erhebliche Einschränkungen der sozialen Kontakte und Bewegungsfreiheit bringt, beschäftigen sich viele Wissenschaftler auch mit dem Risiko der Infektion mit dem neuartigen Virus für Parkinson-Erkrankte. Bislang gehen die Forscher davon aus, dass Parkinson-Patienten aufgrund ihrer Erkrankung kein höheres Infektionsrisiko haben. Der Grund dafür ist, dass die Parkinson-Krankheit keine besonderen Schädigungen im Immunsystem hervorruft.  Die aktuellen Zahlen aus Norditalien, welches besonders stark von der Corona-Pandemie betroffen ist, bestätigen diese These. Aber: Oftmals leiden vor allem ältere Menschen an der Parkinson-Krankheit und Begleiterkrankungen, was ein höheres Risiko für Komplikationen mit sich bringt. Daher hat auch für Parkinson-Erkrankte der Infektionsschutz eine sehr hohe Priorität.

Was ist „Parkinson“ überhaupt für eine Krankheit?

Die Parkinson-Krankheit ist eine häufige, langsam fortschreitende Erkrankung, bei der Nervenzellen bestimmter Hirnregionen über viele Jahre hinweg langsam absterben. Das führt zu einem Mangel an wichtigen Botenstoffen in der Übertragung von Signalen zwischen den Nervenzellen, besonders des sogenannten Dopamins. Dadurch treten im Verlauf ganz typische motorische Symptome auf, wie ein kleinschrittiger Gang, Bewegungsverlangsamung, Muskelsteifigkeit oder Gleichgewichtsstörungen. Es kann zu zunehmender Bewegungslosigkeit kommen, die sich im Tagesverlauf sehr unterschiedlich zeigt. Im längeren Verlauf kann das Sprechen weniger verständlich und das Schlucken mühsam werden. Auch andere Begleitsymptome können auftreten, sodass das Leben von Betroffenen oft erheblich beeinträchtigt ist.

Und was kann man tun? Wie können Ärzte helfen?

Bei der typischen Parkinson-Krankheit kann man mit Medikamenten die Symptome gut und oft über lange Zeit bessern, so dass die Patienten in ihrem normalen Alltag gut zurechtkommen, häufig auch ihrem Beruf noch nachgehen können. Dazu werden Medikamente gegeben, die die verminderten Botenstoffe im Gehirn ersetzen oder ergänzen können. Diese Behandlung ist sehr individuell und sollte durch Fachärzte für Neurologie eingestellt und immer wieder kontrolliert und verbessert werden. Leider gibt es noch keine Behandlungsmöglichkeit, die die Erkrankung heilt oder den Abbauprozess der Nervenzellen aufhalten könnte. Die Forschung ist hier aber auf verschiedene Weisen aktiv und sucht nach Lösungen.

Wer kann noch helfen? Und was kann man selber tun?

Parkinson zählt aus offensichtlichen Gründen zu den Bewegungsstörungen und ist die häufigste dieser Erkrankungen. Neben der Medikamenteneinnahme ist daher die wichtigste Behandlung, in Bewegung zu bleiben, Bewegung aktiv zu üben. Sport (z.B. Nordic Walking), Spazierengehen, Fahrradfahren, auch bei zunehmender Behinderung das Gehen mit Hilfsmitteln sowie passende Krankengymnastik sind ganz wichtige Maßnahmen, für die auch eine sogenannte krankheitsmodifzierende Wirkung gezeigt wurde: Das heißt, dass Betroffene, die einen aktiven Lebensstil befolgen, trotz fortschreitender Krankheit länger in guter Beweglichkeit bleiben können.

Helfen können Betroffene sich selber, indem sie aktiv bleiben, aber eben auch Therapeutinnen und Therapeuten der Krankengymnastik, Logopädie und Ergotherapie. Wichtig ist es auch, informiert zu bleiben, z.B. über den Kontakt mit anderen Betroffenen und Angehörigen über eine Selbsthilfegruppe.

Was heißt das jetzt in Pandemie-Zeiten?

  • Schützen Sie sich und Ihre Angehörigen vor Infektionen und unsere Gesellschaft vor der weiteren Ausbreitung von Covid-19. Halten Sie sich an die Regeln zur Kontaktsperre, zum Abstandsgebot und die Hinweise zur Hygiene, die in den Medien erklärt und gezeigt werden.
  • Gehen Sie raus, um sich zu bewegen. Gehen Sie allerdings nur alleine oder zu zweit, führen Sie Ihr regelmäßiges Nordic Walking, Ihre Spaziergänge, Ihr körperliches Training fort. Machen Sie auch Gymnastik zu Hause und lassen Sie sich von Anleitungen aus dem Internet inspirieren. Mit Ihrem Smartphone oder Tablet können Sie z.B. die MoveAPP nutzen, die die Deutsche Parkinson-Hilfe mit der AOK und anderen Partnern unterstützt und die sehr gute Parkinson-typische Anregungen und Hilfen gibt. Diese können Sie im iStore bzw. im PlayStore herunterladen.
  • Wenn Sie Krankengymnastik, Ergotherapie oder Logopädie (Sprech- oder Schlucktherapie) benötigen, rufen Sie Ihren vertrauten Therapeuten an und suchen Sie einen gemeinsamen Weg, die Therapie durchzuführen.
  • Wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihre Krankheit sich verschlechtert, warten Sie nicht, sondern rufen Sie Ihren Neurologen oder Ihre Neurologin direkt an und besprechen Sie, wie Sie sich bei ihm oder ihr in der aktuellen Situation vorstellen können. Die neurologischen Praxen in unserer Region sind auch zu Corona-Zeiten geöffnet.
  • Achten Sie rechtzeitig darauf, dass Sie genügend Ihrer verordneten Medikamente zu Hause haben und nehmen Sie diese konsequent weiter wie verordnet ein.
  • Behandlungen im Krankenhaus sollten Sie zur Zeit möglichst vermeiden. Wenn es auf Anraten und mit Einweisung Ihres Arztes oder auch im Notfall nicht anders geht, sind natürlich auch wir im Klinikum Bad Hersfeld für Sie da.

Wo kann man sich noch informieren?

Gute Informationen gibt es u.a. auf folgenden Websites:

www.parkinson-vereinigung.de (Selbsthilfe, hier ist auch die Bad Hersfelder Selbsthilfegruppe Mitglied)
https://www.parkinson-gesellschaft.de/corona (Patienteninformationen der wissenschaftlichen Fachgesellschaft)
https://www.deutsche-parkinson-hilfe.de (Verein zur Patienteninformation)
https://www.infektionsschutz.de/coronavirus (Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung)




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Axel Saure

Dr. med. Axel Saure
Tel. 06621 / 88 1687
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Dr. med. Axel Saure

Axel Saure

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Leitender Oberarzt Neurologie / Abteilungsleiter Geriatrie
Neurologie / Geriatrie


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36251 Bad Hersfeld


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