Diagnostik und Therapie im Darmkrebszentrum
Diagnostik und Therapie im Darmkrebszentrum – aus einer Hand, individuell geplant

Darmkrebs zählt zu den häufigsten Tumorerkrankungen. Gleichzeitig sind die Behandlungsmöglichkeiten heute so gut wie nie zuvor. Entscheidend sind eine präzise Diagnostik und ein individuell abgestimmtes Therapiekonzept.
Im Rahmen des im Aufbau befindlichen Darmkrebszentrums am Klinikum Bad Hersfeld bieten wir Ihnen die gesamte Diagnostik aus einer Hand sowie alle etablierten Behandlungsformen nach aktuellen Leitlinien. Chirurgie, Gastroenterologie, Onkologie, Radiologie, Pathologie und Strahlentherapie arbeiten eng zusammen – damit Sie schnell Klarheit bekommen und die für Sie bestmögliche Therapie erhalten. Doppeluntersuchungen und unnötige Verzögerungen versuchen wir konsequent zu vermeiden und binden Ihre Hausärztin/Ihren Hausarzt bzw. zuweisende Kolleg:innen eng in die Behandlung ein.
Basierend auf allen Befunden planen wir gemeinsam mit Ihnen eine persönliche Therapie-Strategie – transparent, verständlich und abgestimmt.
Diagnostik
1. Darmspiegelung (Koloskopie)
Die Koloskopie ist die wichtigste Untersuchung, um Veränderungen im Dick- oder Enddarm sicher zu erkennen. Dabei können Polypen häufig sofort entfernt und verdächtige Gewebeproben (Biopsien) entnommen werden. Die Untersuchung erfolgt in der Regel ambulant und schmerzarm.
2. Endoskopische Zusatzverfahren
Je nach Befund ergänzen wir die Koloskopie durch spezielle Verfahren, z. B.:
- Endosonografie (Ultraschall „von innen“) zur Beurteilung der Tumortiefe,
- fortgeschrittene endoskopische Techniken zur Entfernung größerer Polypen oder sehr früher Tumorstadien.
So wird die Diagnose präziser – und in ausgewählten Fällen kann eine Operation vermieden werden.
3. Bildgebung
Um festzustellen, ob und wie weit sich die Erkrankung ausgebreitet hat, setzen wir moderne Bildgebung ein, u. a.:
- CT (Computertomografie),
- MRT (Magnetresonanztomografie),
- Ultraschall,
- ggf. weitere spezialisierte Verfahren.
Dabei beurteilen wir unter anderem Leber, Lunge und Lymphknoten – zentrale Informationen für die Therapieplanung.
4. Pathologie
Die Pathologie untersucht alle Gewebeproben mikroskopisch und bestimmt u. a.:
- Tumorart und -stadium,
- Lymphknotenbefall,
- molekulare Eigenschaften.
Diese Befunde sind entscheidend für die Therapieentscheidung und das weitere Vorgehen.
Therapie
Die Behandlung ist immer individuell – abhängig von Tumorstadium, Lokalisation, Begleiterkrankungen und persönlichen Faktoren. Alle Schritte werden in der interdisziplinären Tumorkonferenz abgestimmt und anschließend ausführlich mit Ihnen besprochen.
1. Chirurgische Therapie

Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom)
Die Operation ist hier meist die wichtigste Behandlungsform. Entfernt wird der betroffene Darmabschnitt nach onkologischen Standards, inklusive der zugehörigen Lymphknoten.
Viele Eingriffe führen wir minimal-invasiv (Schlüssellochchirurgie) oder mit Unterstützung eines OP-Roboters durch. Das kann bedeuten:
- kleinere Schnitte,
- weniger Schmerzen,
- schnellere Erholung,
- geringere Wundheilungsstörungen.
Mastdarmkrebs (Rektumkarzinom)
Mastdarmkrebs erfordert besondere Erfahrung, da der Tumor nahe am Schließmuskel liegt. Ziel der Behandlung ist – wenn medizinisch möglich – der Schließmuskelerhalt.
Bei bestimmten Tumoren kann vor der Operation eine kombinierte Strahlen- und Chemotherapie (neoadjuvant) sinnvoll sein, um den Tumor zu verkleinern und vor allem das Risiko eines lokalen Wiederauftretens zu senken.
Stomaanlage (künstlicher Darmausgang)
Manchmal ist vorübergehend oder dauerhaft ein Stoma notwendig. Unser spezialisiertes Stoma- und Wundtherapieteam begleitet Sie umfassend – von der Vorbereitung über die Schulung bis zur Nachsorge und Alltagspraxis.
2. Endoskopische Therapie
Bestimmte Vorstufen und sehr frühe Tumorformen (z. B. große Polypen) können mit fortgeschrittenen endoskopischen Verfahren vollständig entfernt werden. Das kann manchen Patient:innen eine Operation ersparen – möglich ist das aber nur, wenn der Befund sehr oberflächlich ist und keine Ausbreitung vorliegt.
3. Medikamentöse/systemische Therapie (Chemo-, Antikörper- und Immuntherapie)
Bei lokal fortgeschrittenen Tumoren, Lymphknotenbefall oder Metastasen kann eine systemische Therapie notwendig sein. Sie erfolgt in enger Abstimmung mit der Hämatologie und Onkologie.
Mögliche Ziele:
- adjuvant: Rückfallrisiko senken,
- neoadjuvant: Tumor vor einer Operation verkleinern,
- palliativ: Beschwerden lindern und Tumorwachstum bremsen.
- Moderne Antikörper- und Immuntherapien kommen – abhängig vom Tumorprofil – ebenfalls zum Einsatz.
4. Strahlentherapie
Vor allem beim Mastdarmkrebs spielt die Strahlentherapie eine wichtige Rolle. Sie kann eingesetzt werden:
- vor der Operation, um den Tumor zu verkleinern,
- nach der Operation bei bestimmten Risikofaktoren,
- bei nicht operablen Situationen zur Beschwerdelinderung.
Die Bestrahlung erfolgt in Kooperation mit einer spezialisierten radioonkologischen Fachabteilung im Haus.
5. Nachsorge
Nach Abschluss der Behandlung bleiben wir an Ihrer Seite. Die Nachsorge umfasst je nach Situation:
- regelmäßige körperliche Untersuchungen,
- Blutuntersuchungen,
- bildgebende Kontrollen,
- erneute Darmspiegelungen,
- Beratung zu Ernährung, Lebensstil und Stuhlregulation.
Ziel ist, ein Wiederauftreten frühzeitig zu erkennen, Nebenwirkungen gut zu behandeln und Ihre Lebensqualität langfristig zu unterstützen.
Unsere Leistungen – ganzheitliche Versorgung
Wir bieten ein umfassendes Behandlungskonzept:
- Chirurgie
- Chemotherapie & Immuntherapie
- Strahlentherapie
- Spezialisierte Pflege & Stomaberatung
- Psychoonkologische Unterstützung
- Ernährungsberatung
- Soziale Begleitung
- Nachsorge & Rehabilitation
Unser Anspruch: klare Standards und abgestimmte Prozesse – aber immer mit Blick auf Sie als Mensch: verständliche Aufklärung, feste Ansprechpartner und ein Team, das medizinische und unterstützende Angebote sinnvoll verbindet.
Ansprechpartner

Dr. med. Christian Plötz
Tel. 06621 / 88 1526
Fax 06621 / 88 1530
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Dr. med. Christian Plötz

Dr. med. Christian Plötz
Chefarzt
Klinik für Allgemein-, Viszeral- u. Minimalinvasive Chirurgie
Klinikum Bad Hersfeld GmbH
Seilerweg 29
36251 Bad Hersfeld
Tel.: 06621 / 88 1526
Fax: 06621 / 88 1530
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