Hüftarthroskopie – das eigene Hüftgelenk möglichst lange erhalten

Die Hüfte ist eines der größten und am stärksten belasteten Gelenke des menschlichen Körpers. Sie verbindet Beweglichkeit mit Stabilität und ist entscheidend für Gehen, Stehen, Treppensteigen, Sport und viele alltägliche Bewegungen. Kommt es zu Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen, kann dies die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen.

Mit der Hüftarthroskopie, auch Hüftgelenksendoskopie genannt, bietet die Klinik für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie am Klinikum Bad Hersfeld ein modernes, minimalinvasives Verfahren zur Diagnostik und Behandlung ausgewählter Erkrankungen und Verletzungen des Hüftgelenks an. Ziel ist es, Beschwerden möglichst schonend zu behandeln und das natürliche Hüftgelenk so lange wie möglich zu erhalten.

Wenn die Hüfte Beschwerden macht

Hüftschmerzen können unterschiedliche Ursachen haben. Sie treten häufig in der Leiste, seitlich an der Hüfte oder im Gesäßbereich auf und können bis in den Oberschenkel ausstrahlen. Besonders bei aktiven und jüngeren Patientinnen und Patienten können belastungsabhängige Schmerzen, Bewegungseinschränkungen oder ein Einklemmungsgefühl im Hüftgelenk Hinweise auf eine mechanische Ursache sein.

Eine häufige Ursache ist das sogenannte femoroacetabuläre Impingement, kurz FAI. Dabei kommt es zu einem mechanischen Konflikt zwischen Hüftkopf und Hüftpfanne. Vereinfacht gesagt passen die knöchernen Strukturen des Gelenks nicht optimal zueinander. Bei bestimmten Bewegungen kann es dadurch zu einem Anschlagen oder Einklemmen kommen. Langfristig können dabei die Gelenklippe, das sogenannte Labrum, und der Gelenkknorpel geschädigt werden. Das FAI gilt daher als möglicher Risikofaktor für eine spätere Arthrose.

Schonende Behandlung: Arthroskopie des Hüftgelenks

Die Hüftarthroskopie erfolgt über wenige millimetergroße Zugänge in sogenannter Schlüssellochtechnik. Über eine kleine Kamera können die Strukturen im Hüftgelenk präzise dargestellt werden. Gleichzeitig lassen sich mit feinen Spezialinstrumenten krankhafte Veränderungen behandeln.

Je nach Befund können im Rahmen einer Hüftarthroskopie unter anderem knöcherne Engstellen korrigiert, Schäden der Gelenklippe behandelt oder freie Gelenkkörper entfernt werden. Anders als bei offenen Operationen müssen Muskeln und größere Gewebestrukturen dabei nicht durchtrennt werden.“

Mögliche Behandlungsgründe

Eine Hüftarthroskopie kann insbesondere bei folgenden Befunden in Betracht kommen:

  • Femoroacetabuläres Impingement, also ein mechanischer Konflikt zwischen Hüftkopf und Hüftpfanne
  • Schäden der Gelenklippe, des sogenannten Labrums
  • Knöcherne Engstellen oder Formveränderungen am Hüftgelenk
  • Freie Gelenkkörper im Hüftgelenk
  • Ausgewählte Knorpelschäden oder beginnende Verschleißveränderungen
  • Anhaltende Hüftbeschwerden trotz konservativer Therapie

Ob eine Hüftarthroskopie sinnvoll ist, hängt immer vom individuellen Befund, vom Ausmaß möglicher Gelenkschäden und von den persönlichen Beschwerden der Patientin oder des Patienten ab.

Das eigene Hüftgelenk erhalten

Ein wesentlicher Vorteil der Hüftarthroskopie liegt im gelenkerhaltenden Ansatz. Ziel der Behandlung ist nicht allein die Schmerzreduktion. Vielmehr soll die Ursache der Beschwerden möglichst frühzeitig behandelt werden, um Folgeschäden zu vermeiden oder das Fortschreiten eines Gelenkverschleißes zu verlangsamen.

Gerade bei frühzeitiger Diagnosestellung kann die Hüftarthroskopie dazu beitragen, die natürliche Hüfte langfristig zu erhalten und einen späteren künstlichen Gelenkersatz hinauszuzögern. Das Verfahren richtet sich daher besonders an Patientinnen und Patienten, bei denen noch kein fortgeschrittener Gelenkverschleiß vorliegt.

Vorteile für Patientinnen und Patienten

Die Hüftarthroskopie gilt als besonders schonendes Verfahren. Durch die kleinen Zugänge bleiben die Narben in der Regel klein. Zudem werden Muskeln und größere Weichteilstrukturen geschont. Dies kann das Risiko für Wundheilungsstörungen oder Infektionen reduzieren.

Viele Patientinnen und Patienten profitieren außerdem von einer schnelleren Mobilisation und einer rascheren Rückkehr in Alltag, Beruf und sportliche Aktivität. Entscheidend ist dabei immer ein individuell abgestimmtes Behandlungskonzept, das Diagnostik, Operation und Nachbehandlung miteinander verbindet.

Erst Diagnostik, dann Therapieentscheidung

Vor einer operativen Behandlung steht immer eine umfassende Diagnostik. Dazu gehören eine ausführliche klinische Untersuchung, die genaue Erfassung der Beschwerden sowie moderne bildgebende Verfahren wie MRT oder Arthro-MRT.

In vielen Fällen werden zunächst konservative Maßnahmen ausgeschöpft. Dazu zählen Physiotherapie, Belastungsanpassung und eine gezielte Schmerztherapie. Erst wenn diese Maßnahmen nicht ausreichend helfen und die Beschwerden weiter bestehen, wird gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten über eine mögliche operative Behandlung entschieden.




Ansprechpartner

Philipp Dworschak

Dr. med. Philipp Dworschak
Tel. 06621 / 88 - 923021

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Chefarzt
Orthopädie und orthopädische Chirurgie


Klinikum Bad Hersfeld GmbH
Seilerweg 29
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