Mit Lasermessgerät durch das Klinikum

Studentische Aushilfe vermisst in den Semesterferien das Klinikum Bad Hersfeld von Keller bis Dach
Bad Hersfeld, September 2026 | Wer Anna-Maria Hahn in den vergangenen Wochen im Klinikum Bad Hersfeld begegnet ist, hat sie häufig mit Laptop, iPad, Kamera und Lasermessgerät gesehen. Die 21-Jährige aus Untergeis studiert eigentlich Jura im fünften Semester in Leipzig. Ihre Semesterferien verbringt sie in diesem Jahr allerdings nicht ausschließlich mit Erholung: Als studentische Aushilfe in der Technik unterstützt sie das Klinikum bei einer Aufgabe, die gleichermaßen viel Geduld, Genauigkeit und Entdeckergeist verlangt.
Anna-Marias Auftrag ist die vollständige Aktualisierung des Raumbuchs der Bestandsgebäude des Klinikums Bad Hersfeld. Und das ist angesichts der Geschichte des Hauses eine echte Herausforderung. Die Ursprünge der heutigen Gebäudestruktur reichen bis in die frühen 1960er-Jahre zurück, der bislang letzte größere Neubau wurde 2011 fertiggestellt. Dazwischen liegen zahlreiche An- und Umbauten, Erweiterungen, Nutzungsänderungen und neu zugeschnittene Räume.
Entsprechend umfangreich ist die Aufgabe: In den vergangenen rund zwei Monaten hat Anna-Maria das Klinikum buchstäblich von Kopf bis Fuß – vom sechsten Obergeschoss bis zum zweiten Untergeschoss – neu erfasst. Mit einer zunächst leeren Excel-Tabelle als Ausgangspunkt kontrolliert sie Raum für Raum, vermisst Flächen, dokumentiert Nutzungen und hält bauliche Besonderheiten fotografisch fest.
Dabei geht es um weit mehr als eine aktuelle Raumliste. Die Daten bilden künftig eine wichtige Grundlage für unterschiedliche Bereiche des Klinikbetriebs – unter anderem für den Brandschutz, die Erstellung und Aktualisierung von Flucht- und Rettungswegeplänen sowie für Reinigungskataster. Gleichzeitig werden sie für die neue Wegeleitung benötigt, die mit der Inbetriebnahme des Erweiterungsbaus eine wichtige Rolle spielen wird. Perspektivisch sollen die Daten auch eine digitale Indoornavigation unterstützen.
Für Anna-Maria bedeutet das: Türen öffnen, Räume suchen, Maße überprüfen – und gelegentlich auch Bereiche entdecken, die man selbst als langjähriger Mitarbeiter vielleicht noch nicht gesehen hat.
„Ich habe in den vergangenen Wochen wirklich jeden Winkel des Klinikums kennengelernt. Am Anfang war die Größe und die Vielzahl der unterschiedlichen Gebäudeteile schon beeindruckend. Aber inzwischen fügt sich alles immer mehr zu einem Gesamtbild zusammen. Ich hoffe, dass ich bis Ende September alles vollständig erfasst habe“, sagt Anna-Maria Hahn.
Besonders positiv in Erinnerung bleibt ihr dabei der Kontakt zu den Beschäftigten. Auf den Stationen, in Funktionsbereichen, Büros und technischen Bereichen sei sie herzlich und unkompliziert aufgenommen worden. Oft habe ein kurzer Hinweis genügt, und schon sei ihr die nächste Tür geöffnet oder der Weg in einen bislang unbekannten Gebäudeteil gezeigt worden.
Bis Ende September läuft ihr Aushilfevertrag noch. Bis dahin möchte Anna-Maria ihre digitale Reise durch das Klinikum abgeschlossen haben. Dann hinterlässt sie nicht nur eine umfangreiche Excel-Datei, sondern eine aktuelle Datengrundlage, von der zahlreiche Bereiche des Klinikums in den kommenden Jahren profitieren werden.
Und vermutlich kennt dann kaum jemand das Klinikum Bad Hersfeld so genau wie die Jurastudentin aus Untergeis.

