Knie-Endoprothetik

Je nach Ausmaß der Arthrose und dem Zustand Ihrer Bänder kommen verschiedene Prothesentypen zum Einsatz.

Die Schlittenprothese (Teilersatz / Unikondylär)

Diese Lösung ist für Patienten, bei denen die Arthrose nur einen Teil des Kniegelenkes abgenutzt hat. Am häufigsten ist die Innenseite des Kniegelenkes davon betroffen, seltener die Außenseite (Verhältnis 1:20).

Nur ein Gelenkkompartiment (die Innen- oder die Außenseite oder noch seltener der Raum hinter der Kniescheibe) wird ersetzt, da die anderen Kompartimente des Kniegelenkes intakt sind. Dazu müssen die Kreuzbänder noch funktionell intakt sein. Eine rheumatische Grunderkrankung sollte nicht zugrunde liegen.

Da Kreuzbänder und gesunde Gelenkteile erhalten bleiben, fühlt sich das Knie "natürlicher" an (Kinematik nah am nativen Knie) und es kann eine höhere Beugefähigkeit erreicht werden. Der Eingriff erfolgt minimalinvasiv und ist somit risikoärmer als bei einer Vollprothese. Eine exakte Platzierung der Komponenten ist für den Erfolg und die Langlebigkeit der Prothese wichtig, deswegen ist bei dieser Art von Prothesen Erfahrung gefragt. Dr. Dworschak ist mit der Implantation von Schlittenprothesen sehr vertraut. Die Schlittenprothese wird in unserer Klinik, wenn indiziert, vor einer Vollprothese bevorzugt.

Der Oberflächenersatz (Vollprothese / Knie-TEP)

Diese Lösung ist für Patienten geeignet, bei denen die Arthrose mehrere Gelenkkompartimente betroffen hat. Hierbei werden die kompletten Oberflächen von Oberschenkel und Schienbein mit Metall überzogen. Die Stabilität des Kniegelenkes wird durch die eigenen Seitenbänder gewährleistet. Generell werden Vollprothesen in zwei Gruppen unterteilt, die mit einem intakten hinteren Kreuzband (CR-Typ) und die mit einem ersetzen hinteren Kreuzband (PS-Typ).

In Bad Hersfeld werden moderne Prothesen mit einem so genannten MC-Inlay verwendet. MC steht für „Medial Constrained“, was wir einfach mit innenseitig stabilisiert oder formschlüssig übersetzen können. In Rahmen der Beugung rollt bei diesen Prothesen die Innenseite der Prothese auf der Stelle während die Außenseite wesentlich mehr von vorne nach hinten rutscht. Dies entspricht der Bewegung des gesunden Kniegelenkes. Diese Art von Knieprothese fühlen sich dadurch „natürlicher“ an. Zusätzlich funktioniert diese Prothese auch ohne das hintere Kreuzband. Dies führt dazu, dass ein Unterschied zwischen CR- oder PS-Prothesen in unserer Klinik entfällt.

Die achsgeführte Prothese (Gekoppelte Prothese)

Dieses Modell kommt zum Einsatz, wenn entweder Innen- oder Außenband nicht mehr funktionieren. Häufig kommt so eine Prothese im Revisionsfall (Ausstauch einer alten Prothese) zum Einsatz. Hierbei sind Ober- und Unterschenkelkomponente mit einem Scharnier oder Kopplungsmechanismus miteinander verbunden. Um die Kräfte, die im Prothesenbereich herrschen, im Knochen besser verteilen zu können, werden hierbei Schäfte benötigt.