Erkrankungen und Diagnosen

Psychische Erkrankungen können Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen betreffen und sich auf das Denken, Fühlen, Verhalten sowie das körperliche Wohlbefinden auswirken. Dabei können die Beschwerden sehr unterschiedlich ausgeprägt sein – von Ängsten und Stimmungsschwankungen über Abhängigkeitserkrankungen bis hin zu Veränderungen der Wahrnehmung oder des Gedächtnisses. Ziel der Behandlung ist es, Betroffenen einen geschützten Raum zu bieten, Symptome zu lindern, Stabilität zurückzugewinnen und gemeinsam individuelle Wege im Umgang mit der Erkrankung zu entwickeln.

 

Affektive Störungen / Bipolare Störung
Eine affektive Störung bzw. bipolare Störung ist eine schwer verlaufende psychische Erkrankung mit manischen und depressiven Stimmungsschwankungen. Betroffene Patientinnen und Patienten sind gefangen zwischen übersteigerter Euphorie, extremer Aktivität, Reizbarkeit, Sprunghaftigkeit, Unruhe und vermindertem Schlafbedürfnis sowie depressiver Antriebslosigkeit. Affektive Störungen können auch mit Eigen- und/oder Fremdgefährdung einhergehen.

Angststörungen
Menschen mit einer Angststörung leiden an einem übersteigerten Ausmaß von Angst. Bei einer Angststörung tritt starke Angst in objektiv nicht bedrohlichen Situationen auf. Betroffene fürchten sich vor Situationen und Dingen, die andere als normal empfinden. Sie erleben die Angst dabei sehr real – in Form von intensiven körperlichen und psychischen Beschwerden wie Herzrasen, Schwitzen und Atemnot.

Borderline-Persönlichkeitsstörung
Die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) zeichnet sich durch Impulsivität von Emotionen und Stimmung sowie der Identität und dem Umgang mit anderen Menschen aus. Betroffene leiden unter heftigen Stimmungs- und Gefühlsschwankungen, häufig verbunden mit selbstschädigenden Verhaltensweisen, um entstehende Anspannung zu verringern. Auch ein gestörtes Selbstbild sowie eine veränderte Körperwahrnehmung gehören zu den Symptomen der Erkrankung.

Burnout
Unter dem Burnout-Syndrom versteht man einen Zustand totaler körperlicher, emotionaler und geistiger Erschöpfung mit verminderter Leistungsfähigkeit. Burnout ist keine eigenständige Krankheit, sondern eine Risikosituation, aus der sich psychische oder psychosomatische Störungen entwickeln können.

Delirante Zustände
Als Delirium (Delir, delirantes Syndrom) bezeichnet man eine akute, aber rückbildungsfähige Bewusstseinsstörung. Diese ist unter anderem durch zeitliche und räumliche Desorientiertheit, Verwirrtheit und Halluzinationen gekennzeichnet.

Demenzen und psychische Erkrankungen im Alter
Die Gerontopsychiatrie beschäftigt sich mit psychischen Erkrankungen älterer Menschen. Gerontopsychiatrische Krankheiten können im Laufe des Lebens vor dem Hintergrund körperlicher Leiden entstehen, in frühere Lebensabschnitte zurückreichen oder neu entstehen. Klassische psychiatrische Krankheitsbilder im Alter sind Demenzen und Altersdepressionen, sie treten relativ häufig auf.

Bei einer Demenz beeinträchtigt sind unter anderem:

  • Gedächtnisleistung
  • Denkfunktionen
  • Orientierungsfähigkeit
  • Fähigkeit zu kalkulieren
  • Lernkapazität
  • Urteilsfähigkeit
  • Sprach- und Kommunikationsfähigkeit
  • Fähigkeit zur Lösung von Alltagsproblemen
  • Depression

Eine Depression ist eine psychische Erkrankung, die sich vor allem durch eine anhaltend gedrückte Stimmung und Antriebslosigkeit äußert. Auch körperliche Symptome wie Schlaf- und Appetitlosigkeit sind möglich.

Geistige Behinderungen mit Verhaltensauffälligkeiten
Der Begriff „geistige Behinderung“ dient als Sammelbezeichnung für vielfältige Erscheinungsformen und Ausprägungsgrade intellektueller Einschränkungen und affektiven Verhaltens. Medizinisch orientierte Definitionen sprechen von einer Minderung oder Herabsetzung der maximal erreichbaren Intelligenz. Zu den häufigsten Verhaltensauffälligkeiten zählen Sozialverhaltensprobleme wie aggressives bzw. oppositionelles Verhalten, Wutausbrüche, Vandalismus, Lügen, Stehlen sowie das Zufügen von Körperverletzungen.

Persönlichkeitsstörungen
Persönlichkeitsstörungen sind langanhaltende, tiefgreifende Muster des Denkens, der Wahrnehmung, der Reaktion und Bezugnahme. Diese können dazu führen, dass die jeweilige Person, aber auch das nähere Umfeld, stark darunter leiden und/oder der Lebensalltag beeinträchtigt wird.

Zu den Persönlichkeitsstörungen zählen unter anderem:

  • Abhängige Persönlichkeitsstörung
  • Ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung
  • Narzisstische Persönlichkeitsstörung
  • Zwanghafte Persönlichkeitsstörung
  • Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS): Eine PTBS ist eine verzögerte psychische Reaktion auf ein extrem belastendes Ereignis. Solche Traumata können beispielsweise Unfälle, Gewalterfahrungen, Krieg oder Naturkatastrophen sein.

Die Belastungsstörung ist oft verbunden mit Angst, Schutzlosigkeit, Hilflosigkeit sowie Kontrollverlust.

Die Symptome äußern sich im Wiedererleben des Traumas in Form von Flashbacks oder Träumen sowie emotionaler Gleichgültigkeit und der Vermeidung von Situationen, die Erinnerungen an das Trauma hervorrufen können.

Psychosen
Der Begriff Psychose umfasst eine Reihe psychischer Störungen, bei denen Patientinnen und Patienten die Realität meist vorübergehend verändert wahrnehmen. Die Betroffenen zeigen Verhaltensweisen oder Verhaltensänderungen, die mit einer veränderten Wahrnehmung des Ichs und der Umwelt einhergehen. Dazu gehören unter anderem Denkstörungen, Konzentrationsprobleme und Halluzinationen.

Schizophrenie / Schizophrene Psychosen
Eine Schizophrenie ist eine psychische Störung, die das Denken und die Gefühlswelt der Betroffenen stört und zu Realitätsverlust, Trugwahrnehmungen und Wahnvorstellungen führt. Menschen mit einer Schizophrenie durchleben akute Psychosen – Phasen, in denen sie die Welt oft ganz anders wahrnehmen als normalerweise. Sie hören Stimmen, fühlen sich verfolgt oder von anderen Menschen beeinflusst. Auch ihr Verhalten verändert sich, viele sprechen unzusammenhängend.

Suchterkrankungen
Zu den Suchterkrankungen zählen unter anderem:

  • Alkoholabhängigkeit
  • Medikamentenabhängigkeit
  • Drogenabhängigkeit
  • Polytoxikomanie

Die psychische und körperliche Abhängigkeit von Substanzen, die zunächst meist eine positive oder euphorisierende Wirkung auslösen, wird als Sucht bezeichnet. Die internationale Klassifikation für Krankheiten definiert Sucht unter anderem als den starken Wunsch oder Zwang, Alkohol oder eine andere Substanz zu konsumieren – verbunden mit verminderter Kontrollfähigkeit bezüglich Beginn, Beendigung und Menge des Konsums. Kennzeichnend ist ein körperliches Entzugssyndrom bei Beendigung oder Reduktion des Konsums sowie eine Toleranzentwicklung bezüglich der konsumierten Substanz.

Zwangsstörungen
Bei einer Zwangsstörung kommt es zu Handlungen oder Gedanken, die Betroffene wiederholt ausführen müssen. Der innere Drang dazu ist sehr stark, die Zwänge können nicht oder nur schwer kontrolliert werden. Zwangsstörungen können so stark werden, dass sie den gesamten Alltag bestimmen.

Beispiele sind:

  • Waschzwang
  • Kontrollzwang
  • Zwangsgedanken

 

Behandlungskonzept

Der stationäre Aufenthalt bietet einen Schutz- und Rückzugsraum und stellt gleichzeitig ein Lern- und Übungsfeld dar.

Unser Behandlungskonzept sieht eine enge Zusammenarbeit mit der psychiatrischen Tagesklinik, der Ambulanz, den Einrichtungen der Suchtkrankenhilfe, den komplementären sozialpsychiatrischen Diensten sowie mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten und Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten vor.