„Ambulante Palliativversorgung 2011"

Saarbrücken, 10. September 2011. Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) hat in diesem Jahr zum vierten Mal den Anerkennungs- und Förderpreis „Ambulante Palliativversorgung“ an zwei Preisträger verliehen. Der Preis ist mit 10.000 € dotiert und wird von der Firma Grünenthal GmbH gestiftet.

Der Anerkennungs- und Förderpreis „Ambulante Palliativversorgung“ zeichnet diejenigen Personen und Projekte aus, die es geschafft haben, den Anforderungen der ambulanten Palliativversorgung und im Speziellen der SAPV (Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung) in besonderer Weise gerecht zu werden. Die SAPV schließt Lücken in der Versorgung von schwerstkranken Menschen und versucht ihnen bis zuletzt ein würdevolles Leben in der eigenen häuslichen Umgebung zu ermöglichen. „Für uns stehen die Bedürfnisse von Patienten im Mittelpunkt unserer täglichen Arbeit“, begründete Kai Martens, Geschäftsleiter Deutschland das Engagement Grünenthals in diesem Bereich. „Dazu gehört neben der Entwicklung wirksamer Schmerz-Medikamente auch die Verbesserung der Versorgungsrealität, insbesondere auch in der palliativmedizinischen Versorgung.“ 

Die diesjährigen Preisträger sind:
DR. UDO KRATEL, ANITA KRAMER

Palliativ-Vision zur Versorgungswirklichkeit: Projekt „Ambulantes Palliativzentrum Dormagen“
DR. ULRIKE MÄTHRICH
Palliativteam Waldhessen am Klinikum Bad Hersfeld

Die Preisverleihung fand in diesem Jahr in Saarbrücken anlässlich des Palliativtages der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin statt. „Bei den Preisträgern handelt sich um zwei relativ junge, aber beispielhafte regionale Versorgungsmodelle, die mit einem enorm hohen persönlichen Engagement initiiert wurden“, erklärte Prof. Dr. med. Friedemann Nauck, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin e.V. „Diese haben sich nicht nur die Vernetzung von allgemeiner und spezieller Palliativversorgung, sondern auch die Überwindung sektoraler Grenzen zur Aufgabe gemacht.“ Beide Projekte waren von Beginn an mit einem systematischen Qualitätsmanagement verknüpft und geben in ihrer Umsetzung viele wichtige Anregungen für die ambulante Palliativversorgung. 

„Ambulantes Palliativzentrum Dormagen“

 Das Projekt des Ambulanten Palliativzentrums Dormagen wurde im Oktober 2008 gestartet und versucht im Sinne multiprofessioneller Teamarbeit hospizlich-palliative Betreuungsvisionen integrativ in den Versorgungsalltag umzusetzen.

Das „Palliativnetzwerk Dormagen“ formierte sich Mitte Mai 2007 mit anfänglich 17 Ärzten, darunter 3 qualifizierten Palliativärzten (QPA), und trat gemeinschaftlich den bis dato existierenden Kollektivverträgen der Primär- und Ersatzkassen bei. Vorausgegangen war eine über einjährige Pionierphase vor Ort, in der die bislang bestehenden Versorgungsstrukturen unter Einbeziehung der ambulanten Pflegedienste, der Hospizbewegung Dormagen e.V. sowie weiteren Leistungserbringern analysiert und im Rahmen von sektorenübergreifenden Qualitätszirkelsitzungen und drei Palliativkonferenzen
strukturiert wurden. Dabei ging es auch darum, über Jahre gewachsene informelle „Mikro-Netzwerke“ einzubinden und auf ein lokalregionales und qualitätsgesichertes Niveau anzuheben. Das APZ Dormagen ist seiner Struktur gemäß zunächst ein Projekt der Allgemeinen Ambulanten Palliativ-Versorgung (AAPV), das jedoch bereits eine Reihe von SAPV-Elementen realisiert hat. Bisher ist es aufgrund einiger struktureller und juristischer Fragen noch nicht zum SAPV-Vertragsabschluss gekommen. Von seinem dargestellten Aufbau, seinem Leistungsangebot und seiner Positionierung im integrierten Versorgungssystem vor Ort eignet sich das APZ Dormagen jedoch auch als Modell für vergleichbare AAPV-Netzwerke.

Palliativteam Waldhessen am Klinikum Bad Hersfeld

In der ländlichen Region Nordhessens wurde seit 2005 ein nun umfassendes qualifiziertes Versorgungsnetz für die ambulante Betreuung von Palliativpatienten aufgebaut. Es zeigt, dass auch die Versorgung in ländlichen Regionen in gleicher Qualität wie in Ballungszentren gewährleistet werden kann, wenn hierfür passende Arbeits- und Kooperationsformen, sowie motivierte Mitarbeiter/innen zur Verfügung stehen. Das Konzept des Palliativteams Waldhessen versucht ebenfalls Formen der allgemeinen und spezialisierten Palliativversorgung zu verbinden. Es ist mit einem Kernteam im Kreis Hersfeld-Rotenburg an die dortige Klinik angebunden, verfügt aber über Außenstellen und Anbindungen zu Kliniken in Alsfeld und Lauterbach um vor Ort und wohnortnah die Palliativversorgung in einem relativ großen Umkreis zu ermöglichen. Jedes kooperierende Team an den drei Standorten hält eine eigene ärztliche und pflegerische 24-Stunden-Bereitschaft zur Patientenversorgung einschließlich Krisenintervention für alle Leistung der SAPV vor. Im Jahre 2010 wurden 155 Patienten betreut, zwischen 75 und 94 Prozent (regional unterschiedlich) konnten in der häuslichen Umgebung sterben. Das Modell der Kooperation mehrerer Kliniken mit einer klaren Zuordnung zu einer gemeinsamen Leitung und Struktur sowie die Förderung der vor Ort Betreuung durch die ansässigen Teams sollte auch für andere Regionen mit einem Einzugsbereich von >200.000 Einwohnern und dünner Besiedelung Ermunterung sein, die spezialisierte ambulante Palliativversorgung umzusetzen.

Über die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin
Die 1994 gegründete Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin denkt und arbeitet interdisziplinär und multiprofessionell: 60 Prozent der über 3.800 Mitglieder kommen aus der Medizin, fast 30 Prozent aus der Pflege und insgesamt über zehn Prozent aus weiteren Professionen wie der Psychologie, der Seelsorge, den Sozial-Berufen, der Physiotherapie und der Pharmazie. Anliegen der wissenschaftlichen Fachgesellschaft ist es, die Fortentwicklung der Palliativmedizin interdisziplinär und berufsgruppenübergreifend auf allen Ebenen zu fördern.




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Ulrike Mäthrich

Dr. med. Ulrike Mäthrich
Tel. 06621 / 88 922629

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Ltd. Abteilungsärztin
Palliativmedizin


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